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Schulfastnacht ist dieses Jahr am Freitag, den 9.2./kein schulfrei!

"Stopp, lass mich in Ruhe!" - Bundespolizei vermittelt Gewaltprävention

Dieses Programm erhalten unsere Dritt- und Viertklässler wieder im April 2015

Die Bundespolizei führte vom 8. bis 12.11.2012 in den 3. und 4. Klassen ein Trainingsprogramm gegen Gewalt durch.

prvention1Bundespolizist Thomas Schlageter
schaut mit geschultem Auge
auf die richtige Haltung.

Foto: Thomas GerbertEin etwas anderer Elternabend

Am 06. November 2012 hatten Schulleitung und die Verantwortlichen der Bundespolizei zu einem Elterninformationsabend geladen. Über 60 Eltern zeigen Interesse an der Veranstaltung. Sie sollten an diesem Abend eine etwas andere Elterninformation erleben, wie es der Pressesprecher der Bundespolizei, Thomas Gerbert, der auch zugleich Leiter der Kriminalprävention ist, in seinen einführenden Worten bekannt gibt. Und in der Tat wird es richtig laut, als Gerbert´s Trainerteam loslegt. Die beiden Gewaltpräventionstrainer Thomas Schlageter und Anke Klahr, beide vom Bundespolizeirevier am Freiburger Hauptbahnhof, schlüpfen in ihre Rollen als Täter und Opfer.

Thomas Schlageter mimt den Täter. Und das richtig gut. Schon bevor er den Saal betritt, kann er durch sein Geschrei und das Schlagen gegen eine Tür eindrucksvoll wahrgenommen werden. Sein Opfer findet der Täter im Saal. Mit grimmigen Blick geht er auf die schüchtern wirkende Anke Klahr zu, baut sich vor ihr auf und schimpft auf sie ein. Dann stößt er sie zu Boden und tritt zu. Entsetzen macht sich breit im Saal. Cut!

Moderator Thomas Gerbert erläutert, dass diese Szene sich überall abspielen kann. In der City, im Bus, im Zug, im Bahnhof oder aber auch auf dem Schulhof. Deshalb sind die Bundespolizisten in der Schule, um aufzuzeigen, wie Opfer sich in kritischen Situationen besser verhalten können.

Die Eltern im Saal sehen die gleiche Szene noch einmal. Wieder kommt der Täter auf das schwach wirkende Opfer zu, doch dieses Mal reißt das Opfer die Arme hoch, hält die Hände nach vorn und schreit „Stopp, lassen Sie mich in Ruhe!“ Der Täter ist etwas verunsichert, lässt vom Opfer ab.

Thomas Gerbert fragt in die Elternrunde, was das Opfer in der 2. Szene besser machte. „Das Opfer war laut. Andere werden dadurch auf die Szene aufmerksam“. Genau das wollte Gerbert hören und so wurde das Rollenspiel ein weiteres Mal gespielt.

Nun jedoch reagiert Anke Klahr als Opfer noch besser. Sie holt die Eltern im Saal mit ins Boot. „Sie im grünen Pullover, bitte rufen Sie die Polizei!“ Sie in der roten Bluse und sie mit der Strickjacke, bitte helfen Sie mir!“ Die angesprochenen Personen stehen auf und eilen zu Hilfe.

Die Eltern sehen hautnah, was ihre Kinder in den nächsten Tagen erwarten werden. Thomas Schlageter hat den Angreifer überzeugend gespielt. Seine ernste Miene hat sich verzogen. Er lächelt und beruhigt die Eltern: "Keine Sorge, so extrem wird das bei Ihren Kindern morgen nicht aussehen."

Vier Unterrichtsstunden gegen Gewalt

Polizeihauptmeister Wolfgang Stöcklein und Polizeikommissar Christian Rathke stehen im Klassenraum. Lautstark schieben Schüler Tische und Stühle durch den Raum und bilden einen Stuhlkreis. Die Szene, die auch die Eltern schon beeindruckte, spielen nun Wolfgang Stöcklein und Christian Rathke. Letzterer ist das Opfer und wird herumgeschubst. Er wehrt sich nicht, blickt auf den Boden und lässt alles über sich ergehen – er verhält sich wie ein typisches Opfer. Die Kinder bewerten das Geschehen richtig und sagen, dass das Opfer sich gar nicht bemerkbar gemacht hat.

Daraufhin schlüpfen die beiden Bundespolizisten noch einmal in ihre Rollen als Opfer und Täter. Dieses Mal ist Rathke wie verwandelt. Als Stöcklein pöbelnd auf ihn zukommt, wird er sofort laut. "Stopp, lassen Sie mich in Ruhe", schreit er und hält beide Hände abwehrend vor sich. Stöcklein pöbelt weiter, aber er schubst und schlägt nicht, sondern lässt ihn in Ruhe. Die Kinder sehen, dass man mit lauten Worten etwas erreichen kann.

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Gewaltpräventionstrainerin
Anke Klahr (links) in der Opferrolle.
Mit ihren Händen geht sie gegen
den Angreifer Thomas Schlageter
in die sogenannte „Stop-Haltung“.

Foto: Thomas Gerbert

Richtig handeln in einer Gefahrensituation

Nachdem Wolfgang Stöcklein und Christian Rathke die letzte Szene vollendet haben, dürfen die Kids die „Stopphand“ üben. Leichter Ausfallschritt und in die Knie gehen, um einen sicheren Stand zu haben. Beide Hände vors Gesicht, Handflächen nach vorne, Ellenbogen anwinkeln – das sorgt für Abstand und schützt vor Schlägen. "Und jeder sieht sofort, dass ihr nicht wollt, dass der Täter auf euch zukommt", erklärt Christian Rathke den Schülern, die aufgestanden sind und ihn nachahmen.

Dann kommt der wichtigste und oft schwierigste Teil: Laut werden. Die ganze Gruppe übt zusammen: Auf "Eins" in den Ausfallschritt, auf "Zwei" die Arme hoch, auf "Drei" brüllen sie im Chor: "Stopp, lassen Sie mich in Ruhe!" Die Bundespolizisten steigern das Tempo, bis alles gleichzeitig funktioniert. "Stopp, lassen Sie mich in Ruhe", schreien die Kinder immer wieder, lauter und bestimmter als zu Beginn.

Der Pressesprecher der Bundespolizei, Thomas Gerbert, ist erfreut über die Zusammenarbeit zwischen Schule und Bundespolizei. Besonders der Elternabend hat es dem Bundespolizisten angetan. „Es gab langen Applaus für unsere Darbietung. Mit dem Konzept haben wir wohl den Kern getroffen, so Thomas Gerbert in seinem Schlusswort.

Das Präventionstraining der Bundespolizei kann über Thomas Gerbert gebucht werden. Auch für Anregungen und Ideen ist der Pressesprecher der Bundespolizei immer offen. Thomas Gerbert kann unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! kontaktiert werden.